Darmkrebsvorsorge

Darmkrebsvorsorge

In Deutschland erkranken über 70.000 Menschen jedes Jahr neu an Darmkrebs, knapp 30.000 Menschen sterben jährlich daran. Damit stellt es den zweithäufigsten Krebs (nach Brustkrebs bei Frauen bzw. Prostatakrebs bei Männern) dar. Insgesamt liegt das Risiko, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, bei ca. 6%! Allerdings kann das Risiko in Familien, in denen gehäuft Darmkrebsfälle aufgetreten sind, noch wesentlich höher liegen. Nur etwa 35% der Erkrankungen werden in einem noch heilbaren Stadium entdeckt. Das liegt daran, dass sich Darmkrebs (wie die meisten Krebsarten) schleichend und unbemerkt entwickelt.

Darmkrebs entwickelt sich fast immer aus gutartigen Dickdarmpolypen an der Dickdarmschleimhaut. Polypen sind kleine Gewächse im Darm, die in aller Stille wachsen und irgendwann in eine Krebsgeschwulst übergehen können. Dabei bestehen fast nie Schmerzen oder Veränderungen des Stuhlgangs. Selbst wenn sich ein Krebs bereits entwickelt hat, bestehen oft noch keine Symptome. Diese treten häufig erst auf, wenn der Tumor schon relativ groß geworden ist und z.B. den Darm einengt oder wenn Blutungen auftreten.

Die gute Nachricht ist:

die Entstehung eines Darmkrebses kann verhindert werden! Anders als bei den meisten anderen Tumorarten können die Vorstufen des Krebses, also die Darmpolypen, bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) gefunden und direkt entfernt werden. Dies unterbricht die Entwicklung hin zum Darmkrebs. Die Darmspiegelung ist also nicht nur als Früherkennung sinnvoll, sondern kann Sie vor der Entwicklung eines Darmkrebses schützen!

Daher werden in Deutschland seit 2002 die Kosten für eine Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung für alle Personen ab dem 55. Lebensjahr, für Patienten aus Risikofamilien (mit z.B. genetisch bedingt erhöhtem Darmkrebsrisiko) schon wesentlich früher, von den Krankenkassen übernommen. Natürlich wird die Darmspiegelung zur Abklärung von Bauchbeschwerden davon völlig unabhängig von den Kassen übernommen, die obengenannten Grenzen gelten ausdrücklich für vollkommen beschwerdefreie Menschen. Aus diesen Untersuchungen wissen wir, dass bei ca. 20% aller 60jährigen Krebsvorstufen bestehen, die sich unbehandelt zu Krebs weiterentwickeln würden. Außerdem hat sich die Darmspiegelung als sicheres Verfahren erwiesen: das Risiko z.B. für einen Darmdurchbruch (Perforation) bei einer einfachen Darmspiegelung lag in Deutschland bei einer von 5000 Untersuchungen (0,02%).

Außerdem kann eine Darmspiegelung heute völlig schmerzfrei in einem narkose-artigen Schlaf durchgeführt werden. Details zum Ablauf der Darmspiegelung erhalten sie hier.

Denken Sie also daran:

eine schmerzlose Darmspiegelung von ca. 20 min Dauer kann Sie vor dem zweithäufigsten Krebs unserer Zeit schützen! Melden Sie sich zu Ihrem 55. Lebensjahr zur Darmspiegelung an! Falls in Ihrer Verwandtschaft Fälle von Darmkrebs ausgetreten sind, lassen Sie sich unbedingt von einem Gastroenterologen beraten: eventuell ist bei Ihnen aufgrund eines stark erhöhten Risikos eine Untersuchung bereits wesentlich früher sinnvoll.

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